Tag 12 – Warum ich glaube

Selten werde ich so viel über meinen Glauben gefragt, wie im Moment. Liegt natürlich auch daran, dass durch mein Fasten mein Glaube offensichtlich wird.

Heute vor einem Jahr waren wir als Familie sehr aufgeregt. Es war der letzte Tag vor unserem bisher größten Abenteuer: der Starttermin unserer Weltumrundung. 

Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat? Lese selbst 🙂

 

Unsere Weltumrundung

Wir durften auf unserer Reise viele Menschen und Kulturen kennenlernen. Einige Beiträge kannst du auch hier nachlesen. Auf der gesamten Reise gab es keine Schwierigkeiten, Ausfälle oder Verspätungen. Fast keine, aber eine Umroutung hat mein Leben total verändert.

 

Gebet in Sydney

Bevor wir fuhren, hatte der Vater eines engen Freundes schwere körperliche Einschnitte zu verdauen. Die Familie bat mich, in Sydney im Haus der Andacht für ihn zu beten. Der Beitrag auf Wikipedia zu diesen Häusern ist sehr umfangreich und lesenswert. Für mich war die Bedeutung dieser Gotteshäuser zu dem Zeitpunkt noch nicht so klar. 

Ich fühlte mich als wiedergeborener Christ. Die Bahai Religion war immer mehr in mein Leben getreten und ich musste einige meiner Glaubenssätze prüfen. Mir war zu dem Zeitpunkt schon klar, dass ich meine Komfortzone verlassen muss und noch mehr Fragen stellen und begreifen musste. Das Judentum hat mich immer fasziniert, weil sie immer noch auf den Messias warten, der für mich in Jesus lange schon da war. Langsam verstand ich, dass auch ich die Haltung eines Juden eingenommen hatte und Offensichtliches, nicht sehen wollte. Doch eine Entscheidung war in weiter Ferne.

In Sydney wollte ich nun gerne ins Haus der Andacht, mein Mann allerdings nicht. Der Weg mit einem Taxi war weit und wir hatten nur noch wenige Stunden. Also verzichtete ich auf den Besuch. Ich tue jetzt mal so, als sei ich die liebste Ehefrau der Welt, die einfach so nachgibt. Hab ich natürlich nicht. Eine Weile hab ich meinen Mann echt genervt, doch dann, kurz bevor wir einen Streit begannen, hab ich nachgegeben. Normalerweise erfüllt mir mein Mann jeden Wunsch, es musste Gründe haben, dass er da nicht hin wollte.

 

Sturm in Neuseeland

Die nächste Etappe begingen wir auf einem Kreuzfahrtschiff. In Neuseeland tobte ein Sturm und wir waren plötzlich zwischen zwei Wetterfronten geraten. Der Kapitän entschied, zwei Häfen nicht anzulaufen. Für mich im ersten Moment echt ein Schock, denn ausgerechnet auf die Beiden hatte ich mich sehr gefreut und aufregende Ausflüge gebucht. Safety first – wir wurden umgeroutet. 

Nach einer zweiten Nacht vor Auckland gab der Kapitän bekannt, dass unser nächstes Ziel Samoa sein würde, vor dem geplanten Aufenthalt in „Pago Pago“ auf Amerikanisch Samoa. Ich wusste sofort, dass ich Apia schon mal gehört hatte. Und dann dämmerte es mir ganz langsam, aber immer tiefer im Herzen: Gott schenkte mir ein anderes Haus der Andacht – in Apia, Samoa! 

Dieser Tag in Apia war unglaublich! Nicht nur die Menschen, die wir trafen in und um das Haus der Andacht, veränderten mich, auch die Gegend und das Gebäude haben mich tief berührt. Kaum dass wir saßen, fiel unser Blick auf meinen absoluten Lieblingsvers an der Decke des Hauses. „So powerful is the light of unity, that it can illuminate the whole earth!“. Inmitten Polynesien stand dann noch plötzlich eine Frau vor uns, die nicht nur meinen Wohnort, sondern auch meine geliebte Freundin kannte. Sie hatte in Alaska vor einer Weile geträumt, Dienst in Apia verrichten zu sollen. Das war so überwältigend.

 

Zurück in Deutschland

Diese Erfahrung hat mein Leben auf den Kopf gestellt und als ich wieder daheim war, musste die Antwort am 15. Mai lauten: „Ja, ich erkenne Bahāʾullāh als die Manifestation Gottes unseres Zeitalters an und bitte um Aufnahme in die Bahá’i -Gemeinschaft.“ Seither wächst meine Liebe zu Gott und seinen Offenbarungen jeden Tag.

 

Und die Konsequenz ist Fasten

Genau deshalb faste ich in diesem Jahr zum ersten Mal in meinem Leben!  Und lustigerweise fast auf den Tag ein Jahr später, als das große Abenteuer.

Warum wir fasten, hab ich ja schon ein paar Mal erklärt in vorangehenden Beiträgen. Ein Jahr nach der Reise unseres Lebens, lerne ich Gehorsamkeit, die ich nie zuvor kannte. Mein Mann sagt in diesen Tagen oft, ich tue ihm leid. Aber mir geht es wunderbar. Selten hatte ich mehr Kraft und Disziplin, wie im Moment. Ich lebe und liebe jeden Tag. Auch wenn ich froh bin, wenn der Alltag zurück kehrt und ein neues Jahr beginnt.

 

Was ich gelernt habe:

  • Die Motivation zu fasten, ist im tiefsten Herzen verankert und von dort kommt auch die Kraft, durchzuhalten.
  • Reisen bildet – und setzt neue Maßstäbe
  • Mein Gott kann sogar Kreuzfahrschiffe bewegen.
  • So mächtig ist das Licht der EINHEIT, dass es die ganze ERDE erleuchten kann.

Wenn ich diese Zeilen selbst lese, hab ich immer wieder Tränen in den Augen! Diese Erfahrung hat alles verändert!

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Corinna Kruse Profilbild einer Reisejournalistin

Corinna Kruse

Als studierte und seit 2021 selbstständige Journalistin liebe ich es meine Erlebnisse in Worte zu packen. Ich möchte andere dazu motivieren, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

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