Fasten 2024 – Vorbereitung

Alláh-u-Abhá!

Die Ayyám-i-Há Tage mit der Freude und den vielen schönen Erlebnissen sind leider vorbei, die Fastenzeit ist schneller da als gedacht.

Ich möchte dich mitnehmen, in meine persönliche Zeit von Säuberung und Erneuerung. An jedem der 19. Fastentage erzähle ich – mit Fotos, Eindrücken oder Texten – wie es mir geht und was ich erleben durfte. Schonungslos offen und hautnah.

Mir ist es wichtig, vorbereitet und strukturiert diese Zeit zu erleben. Daher habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt und versucht, so viele Fragen wie nur möglich zu stellen. Dies ist meine erste Fastenzeit als Bahá’i, woher weiß ich, was auf mich zukommt.

Der Bahá’i Kalender

Um die 19 Tage Fastenzeit zu verstehen, brauchst du einen kleinen Einblick in den Bahá’i Kalender. In diesem Sonnenkalender beginnt und endet der Tag mit Sonnen Auf- bzw. Untergang. Das Kalenderjahr beginnt mit der Tag-und-Nacht-Gleiche, auf der Nordhalbkugel fällt dies ins Frühjahr.

Das Jahr ist unterteilt in 19 Monate. Jeder beschreibt eine Eigenschaft Gottes, wie Herrlichkeit, Schönheit, Licht und Barmherzigkeit, Kraft. Ein Monat hat 19 Tage und beginnt in der Gemeinde mit einem 19-Tage-Fest als Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Da aber alle Monate zusammen nur 361 Tage dauern, gibt es zwischen dem 18. und dem 19. Monat vier „Eingeschobene Tage“ – das Fest Ayyám-i-Há.

Der 19. Monat ist nun unser Fastenmonat, bevor wir mit Naw-Rúz ins neue Jahr starten.

Ab morgen heißt das, ich esse und trinke ab Sonnenaufgang um 7:08 Uhr nichts mehr. 18:09 Uhr ab Sonnenuntergang werde ich dann Fastenbrechen. Das kommende Wochenende esse ich abends nach einer Andacht  im Kreis mit lieben Menschen um mich herum, in der Woche allein mit meiner Familie.

Jeden Tag verschieben sich Sonnen Auf- und Untergang um ein paar Minuten. Am Ende der Fastenzeit dauert das Fasten am Längsten. Sonnenaufgang ist dann um 06.31 Uhr und Untergang 18.37 Uhr. Eine echt lange Zeit.

Warum Fasten?

Die Bahá’í-Schriften betonen, dass körperliches Fasten ein Symbol ist. Shoghi Effendi sagt, dass Fasten „im Wesentlichen eine Zeit der Meditation und des Gebetes, der geistigen Erneuerung ist, während der der Gläubigen sich bemühen soll, sein inneres Leben wieder zu ordnen und die in seiner Seele ruhenden geistigen Kräfte zu erfrischen und zu stärken. Der Sinn und Zweck des Fastens ist geistiger Natur.“

´Abdu’l-Bahá führte aus: „(…) denn das leibliche Fasten ist ein Symbol für das geistige Fasten. Dieses Fasten führt dazu, die Seele von allen selbstischen Wünschen zu reinigen, geistige Eigenschaften zu erwerben, sich zu den Brisen des Allbarmherzigen hingezogen zu fühlen und vom Feuer göttlicher Liebe entzündet zu werden.“

Genau darauf möchte ich mich einlassen und mich auf Gott ausrichten. Auch der körperliche Effekt ist nicht zu unterschätzen.

Gesundheitliche Aspekte

Eine Studie bestätigte gerade wieder, was viele Bahá’i jedes Jahr fühlen können. Die Intervall-Diät habe wegen ihrer Regelmäßigkeit noch positivere Effekte als andere Fasten-Formen. An der Studie war auch die Charité in Berlin beteiligt.

Die Ruhe und der regelmäßige Rhythmus begünstigen einen besseren Stoffwechsel. „Der Zuckerstoffwechsel – der auch immer ein Risiko für Diabetes mit sich zieht – der verbessert sich eindeutig. Auch der Fettstoffwechsel verbessert sich!“, sagt dazu Andreas Michalsen, Chefarzt des Immanuel Krankenhauses Berlin.

Ein bisschen mulmig ist mir bei dem Gedanken, auch nichts zu Trinken. Doch gerade dies scheint die positiven Effekte auf den Körper auszumachen.

Michalsen sagt in einem Interview mit Deutschlandfunk: „Interessanterweise scheint das tatsächlich auch günstige Effekte zu haben. Sowohl auf die Nieren – überraschenderweise – als eben auch auf die Zellen!“

Vorbereitung

Ich bin gut vorbereitet. Für jeden Tag habe ich mir vorgenommen, etwas im Haus aufzuräumen. Jedes Zimmer soll in diesen Tagen auch eine Frischekur bekommen. Frühjahrsputz beim Fasten.

Auch meine eigene Gebetszeit soll nicht zu kurz kommen, dafür habe ich mir eine kleine Ecke eingerichtet, wo meine Bücher liegen und ich zur Ruhe kommen kann.

Alle Termine, die ich selbst zu verantworten habe, sind aus dieser Zeit gestrichen. Ich will mir bewusst Zeit für mich und meine Beziehung zu Gott nehmen.

Mich verunsichert noch, ob ich morgens reichhaltig oder sparsam essen sollte. Mit Vollkorn Flocken, Eiern und viel leckerem Tee sind unsere Vorratskammern gut bestückt. Dazu nehme ich mir vor, morgens Obst zu essen. Ich bin gespannt, wie das so früh funktionieren wird.

Dem abendlichen Fastenbrechen sehe ich sehr gelassen entgegen. Am Wochenende werden wir in Gemeinschaft sein. Wie die erste Wochenmitte wird, werde ich dann sehen.

 Hier geht es schon zu Tag 1.

 

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Corinna Kruse Profilbild einer Reisejournalistin

Corinna Kruse

Als studierte und seit 2021 selbstständige Journalistin liebe ich es meine Erlebnisse in Worte zu packen. Ich möchte andere dazu motivieren, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

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