Wir müssen reden – CenterParcs.

Jeder Mitarbeiter ist mit Herzblut und Eifer bei der Sache. Ich treffe niemanden, der nicht hilfsbereit oder offen ist. Einzig, wenn ich eine Auskunft brauche, die ich mir auch anders hätte beschaffen können, ist die Freundlichkeit leicht frostig. Stehe ja alles auch in der App. Aber „alles“ funktioniert nicht über die App. Das muss man sich bitte dann schon selbst erarbeiten. So wird jede Information mühsam auf der Homepage oder in der App zusammengesucht. Oder ich frage eben bei den Mitarbeitern hinterm Tresen, doch das ist nicht mehr gewollt im CenterParcs „sorglos“ Konzept.

 

Viele Mitarbeiter kenne ich schon seit Jahren. Ich begegne ihnen in jedem Urlaub wieder, einige erinnern sich an uns, einigen ist das aber auch ziemlich egal, wie lange wir schon Gäste sind. Doch auch jede ernsthafte und zugewandte Begegnung lässt leider nichts daran ändern, dass eklante Mängel den Urlaub überschatten.

 

Doch von vorn – ich bin nicht das erste Mal in einem CenterParc. Auf meiner „Karte“ steht 9+ – vor langer Zeit habe ich schon einen Gutschein für den 10. Besuch im Bispinger CenterParcs geschenkt bekommen. Auch Parks in den Niederlanden und weitere in Deutschland hab ich schon besucht.

 

Doch Bispingen ist so etwas mein Zuhause. Hier fing meine Leidenschaft für das Park Konzept vor vielen Jahren an.

 

Doch die Leidenschaft kühlt immer mehr mächtig ab, denn im Laufe der Jahre nahmen Probleme immer mehr zu. Das Hausboot stank im Eingangsbereich eklig nach Tier-Urin, die morgendlichen Brötchen fielen den Gänsen zum Opfer und niemand war bereit, eine Lösung dafür zu finden. Da waren Häuser vor Bezug mit defekten Fernsehgeräten ausgestattet, das Ersatzhaus, auf das wir 3 Stunden warten mussten, nicht geputzt.

 

Und besonders die Sauberkeit ließ immer mehr zu wünschen übrig. Im Innenbereich wurden Möbel zusehends abgenutzt und schäbig. Es gab zwar in einem Jahr neue Möbel für die Terrassen, aber dies natürlich in den frühen Morgenstunden mitsamt Trecker hinter dem Haus, von entspanntem Ausschlafen war da nicht mehr viel übrig. Von dem schönen Naturwaldboden auch nicht.

 

Im vorletzten Jahr funktionierte dann in Bispingen nicht mehr wirklich viel, sogar das obligatorische Bowling Spiel sorgte für Frust, weil die Anlage permanent mitten im Spiel ausfiel.

 

Der Park wurde umgebaut und es war lediglich ein Spielplatz betretbar, natürlich ohne jede Ankündigung. Die Kaffeemaschine war mehrfach defekt, die nicht vorhandene Sauberkeit erlebte einen neuen Höhepunkt und die letzte verbliebene Aktivität – eine Fahrt mit den Tretbooten brachten mehr Ärgernis, weil die Boote so dreckig waren, dass wir selbst die putzen mussten. Und ich spreche hier nicht von Sand oder Schlamm, sondern von dreckigen Taschentüchern, benutzten Windeln und langen Haaren.

 

Höhepunkt der unhygienischen Umstände war aber definitiv das Aqua Mundo. Pflaster, Haare, Windeln und jede Menge Dreck.

 

Meinem Mann platze der Kragen und es gab ein Gespräch mit einem Gästebetreuer. Uns wurde versprochen, dass im nächsten Jahr alles anders sein würde. Die Häuser werden modernisiert und das „Renew“ würde uns sicher gut gefallen. Wir fanden eine Erneuerung bitter nötig und waren sehr gespannt, ob nun endlich wieder alles normal werden würde und die Leistung geboten werde, die wir bezahlt haben und erwarten dürfen. Denn sind wir doch mal ehrlich, günstig ist der Urlaub in CenterParcs nicht.

 

Also haben wir es in diesem Jahr noch einmal versucht.

 

Tja, CenterParcs – wir müssen reden! Die neuen Außenanlagen sind wunderschön geworden. Alle Spielplätze sind gelungen und laden zum Spielen ein. Sogar an Kinder in Rollstühlen wurde bei den Planungen gedacht. Toll!! Mein Kind ist inzwischen leider zu groß dafür.

 

Die Bauernhof Tiere haben ein wunderschönes Zuhause und auch die Beete sind wirklich toll und lehrreich! Ich bin total begeistert. Überall im Park sorgen neue Schilder dafür, dass die Aktivitäten gut zu finden sind.

 

Die Aktivitäten sind in Theorie allesamt spannend und durchdacht. Aber viel zu teuer für das, was dann geboten wird. 25 Euro für Geocaching, 16 Euro für eine Stunde Badminton (auch mit eigenem Equipment als Platzmiete zu entrichten), 27,50 Euro für eine Stunde Bowling und 19 Euro für eine Stunde indoor Klettern.

 

Immerhin sind Aktivitäten wie Tiere füttern und Orry winken kostenlos. Letzteren hab ich nicht einmal im Park getroffen. Andere Shows, die früher angeboten wurden, gibt es nicht. Shows, für die ein kostenpflichtiger Spielschein nötig ist, gibt es aber immer noch.

 

Draussen lockt ein Kino mit „Cars“ und anderen Filmen auf dem Summer Vibe Areal. Nur dass der Eisstand während unseres Besuches nie offen war, leider.

 

Das Programm vergaß ein bisschen die angehenden Teenager. Und da sind wir auch schon wieder bei dem Thema „App“. Wenn doch angeboten wird, mit Rangern Feuer zu machen und Marshmellows zu grillen, dann gehe ich davon aus, dass dies die Ranger mit den Kids machen. Nicht ich! Ich bin von Badminton, Schwimmen und Quer-Beet-Geocaching-Laufen schon ko, bitte laßt mich doch mal sitzen! Und wenn das schon als Familie gemacht werden solll, dann schreibt es bitte in die App. Denn dann hätte ich meine Tochter dazu nicht angemeldet. Glücklicherweise kennt sie meine geschickten Hände und wollte mit mir dann kein Feuer machen.

 

Das Aqua Mundo ist wieder sauber! Ja, hier und da liegt mal etwas rum. Aber dies ist nun nicht mehr Sache der Mitarbeiter, sondern Aufgabe von allen Eltern und Besuchern! Es scheint auch im Jahr 2023 schwierig zu sein, seinen Müll selbst wegzuräumen und achtsam mit seiner Umgebung umzugehen. Aber von Seiten des Betreibers ist die Anlage gepflegt und es lässt sich wieder herrlich plantschen. 

Neue Lampe – schon kaputt

 

Die geplanten Modernisierungen sind nicht ganz ohne Probleme für den Gast umsetzbar. So kann ich zwar über die App und an den bereitstehenden Terminals meine Aktivitäten buchen, muss sie aber bezahlen – das Anrechnen der Aktivitäten Gutscheine funktioniert nur am Desk.

Und wer sagt dir das? Natürlich niemand. Also ich habe dann die Aktivitäten bezahlt und dann verwundert nachgefragt. „Steht doch in der App“ hat hier nun mal nicht geholfen. Die überzähligen Aktivitäten Gutscheine kann ich im Shop einlösen. Die bekannten Zettel werden noch ausgegeben, aber alle Aktivitäten sind auch auf dem neuen Armband hinterlegt.

 

Das Armband öffnet die Eingangstüren der Ferienhäuser zuverlässig. Auch ins Aqua Mundo komm ich gut damit rein. Manchmal erst nach ein oder zwei Versuchen. Bei den Umkleideschränken musste ich erst verstehen, wie das funktioniert. Bisher habe ich eher Zufallstreffer, als zuverlässig die Technik verstanden zu haben. Und wenn man sich die Spindnummer nicht merkt, hat man wirklich selbst schuld. Ist auch nicht lustig, wie blöd den richtigen Schrank zu suchen. Die Umstehenden hatten aber ihren Spaß.

 

In der Beschreibung der VIP Häuser ist nach wie vor aufgelistet, dass Pflegeprodukte bereit gestellt werden. Ich habe mich wie jedes Jahr darauf verlassen. Leider wurden diese abgeschafft, ohne ein Wort zu sagen – stand auch NICHT in der App. Und nun? Die Mitarbeiterin am Info Desk erzählte, dass es große Flaschen mit Halterungen geben wird. Nur eben noch nicht jetzt. Andere Gäste haben deshalb Ersatzprodukte bekommen – ich leider nicht, denn es gab keine mehr. Ich musste im Nahkauf selbst welche kaufen. Natürlich gibt es dort nur Großpackungen zu einem „speziellen“ Preis. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern schlichtweg ein Reisemangel. Denn eben diese Leistung wurde mir verkauft. Gut, mit „ich hab aber Recht“ kann ich mich nicht waschen.

 

Möchte ich wissen, was da an der Wand klebt?

Und nun sind wir gedanklich auch schon bei den Häusern. Das runderneuerte Programm enttäuscht mich total. Es gibt ein paar neue Möbel – das war es auch schon. Mein Haus ist dreckig, wie eh und je. Was da alles an den Küchenwänden klebt, möchte ich gar nicht näher betrachten. Sicherlich sind im Wald allerlei Blätter und Blüten schnell auch im Haus, aber das wird ja niemanden in so einem Park stören.

 

Ungeputzte Bäder, klebrige Toilettenspülungen und schimmelige Ecken hingegen schon. Die Bettwäsche hat Schimmel-Stockflecken (Bilder erspare ich mir und dir!), das Geschirr ist verstaubt, klebrig oder eingebrannt.

 

Ich gehe zur Rezeption, um darüber zu reden. Warum muss vor dem Haus eine leere Klorolle liegen und überall Zigarettenkippen verteilt sein? 

Mir wird ein Mitarbeiter geschickt, der gründlich sauber machen soll. Der nette Junge kommt mit einer Sprayflasche und einem (!!) Putztuch und stellt sich als „Putz-Notdienst“ vor. 

 

Als der wieder weg ist, riecht es nach Putzmittel, ist aber immer noch genauso dreckig, wenn nicht sogar klebriger.

 

Für die dreckige Bettwäsche bekomme ich ein frisches Paket Bettwäsche, beziehen könne ich ja selbst. Ja, kann ich – will ich aber nicht! Deshalb beziehe ich ein VIP Haus, wo ich für diesen Service extra zahle.

 

Immerhin wird der eingebrannte Topf entsorgt. Resultat? Haus immer noch dreckig. Wie putzen geht, scheint hier niemand zu wissen. Ich verstehe es nicht. Die Scheiben sind völlig verschmiert, die Terrasse müsste man doch nur mal fegen und warum kann man die Wände nicht neu streichen, wenn schon neue Möbel reingestellt werden?

Der Fernseher auf einem neuen Regal vor dem schönen Blick ins Grüne – ReNew?

 

Die tollen neuen Außenanlagen können auch nicht darüber hinwegtrösten, dass die Häuser immer dreckiger und ungepflegter werden. Renew? Neue Möbel für verdreckte Häuser!

 

Und am Abend wird mein Frust immer größer. Das Brauhaus hat möglicherweise eine massentaugliche Karte mit Burgern, Schnitzel und Salat. Die Kartoffelsuppe wäre heiss bestimmt lecker gewesen und der Burger für das Kind war innen roh, nicht medium – roh! 

Leere Teller stapeln als Beschäftigung zwischen dem Anstehen

So schwer kann es doch bei den Preisen nicht sein, gutes Essen auf den Tisch zu stellen. Das Buffett Restaurant hat ebenfalls umgestellt. Nicht nur die Möbel. Auch der Salat, Vorspeisen und Nachtisch ist jetzt in einer Line mit den Hauptgerichten. Anstehen für alles und jedes Inklusive. Und das bei deutlich weniger Auswahl bei höheren Preisen. Da wird dann auch nicht mal nebenbei abgeräumt, die Teller stapeln sich auf dem neuen, aber schon abgeschrammten Tisch.

 

Den Aufschlag für alkoholische Getränke muss ich auch zahlen, wenn ich keinen Alkohol trinke. Die Logik ist mir nicht zugänglich. 

 

Ich bin echt traurig. Es hätte so schön sein können. Doch das Preis/Leistungsverhältnis ist nicht mehr gerechtfertigt. Ich hatte mich auf neue Möbel und grundgereinigte Häuser gefreut, wurde aber sehr enttäuscht. Und das Nachputzen war mehr als lächerlich! Und die Aussenanlagen sind wunderschön, vergammeln aber schnell durch achtlos weggeworfenen Müll und Zigarettenkippen.

 

Aber was nicht in der App steht, gibt es auch nicht. Oder doch. Aber das weiß niemand so genau!

 

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Corinna Kruse Profilbild einer Reisejournalistin

Corinna Kruse

Als studierte und seit 2021 selbstständige Journalistin liebe ich es meine Erlebnisse in Worte zu packen. Ich möchte andere dazu motivieren, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

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